WIR LADEN SIE SEHR HERZLICH EIN ZU UNSERER AUSSTELLUNG
URSULA STROZYNSKI – KONTUREN!

21.9. BIS 28.11.2017 IN DER BÜCHERGILDE BUCHHANDLUNG & GALERIE FRANKFURT AM MAIN, AN DER STAUFENMAUER 9, MO - SA 10.00 BIS 19.00 UHR


Ursula Strozynskis Künstlerinnen-Vita gibt wenig Spektakuläres her – wozu auch, wenn die Kunst wirkmächtig ist…? 1954 in Dingelstädt/Eichsfeld geboren, absolvierte sie von 1972 bis 1976 ein Architekturstudium an der Technischen Universität Dresden und arbeitete nach dem Studium als Diplom-Ingenieurin. Diese Karriere brach sie 1977 aber schon nach einem knappen Jahr ab, zugunsten einer Existenz als freischaffende Künstlerin. Dieser Bruch war radikal, denn er bedeutete die Aufgabe der sozialen Sicherheit, schuf aber andererseits die uneingeschränkte Freiheit, endlich all das in ihr Schlummernde auszudrücken, das sich offensichtlich nicht unterdrücken ließ.
Gleichwohl ist der Hang zur Architektur im grafischen Werk von Strozynski unübersehbar: Architektur ist ja die Konstruktion, die Struktur eines Gebildes, und diese legt die Künstlerin in den fast in allen ihren Motiven dominierenden Artefakten frei: die Konturen von Häusern ebenso wie die von Schiffen, einem Karussell, einem Liegestuhl, einer Gleisanlage. Von der nüchternen Architekturzeichnung aber unterscheiden sich diese Arbeiten gewaltig – durch die intensiven Gefühle, die Stimmungen, die Strozynskis beseelte Kaltnadelradierungen beim Betrachter auslösen.

Dazu trägt dieses Medium, die Kaltnadelradierung, nicht wenig bei. Hier sind die Striche Emotion pur, die dicken vermitteln den Eindruck, dass kräftig aufgedrückt wurde, die feinen stehen für Zartheit, den scharfen Schwarzweiß-Kontrast zwischen Linie und Fläche füllt das innere Auge des Betrachters mit Farben und Formen der eigenen Erinnerung oder Imagination.

ZU DEN ARBEITEN DER KÜNSTLERIN

IM KABINETT:
ERHARD HOLLEY – WER WAR LUTHER ?

DIESER ZYKLUS VON 10 AQUARELLEN UND PASTELLEN MIT DEM BILD LUTHERS IST NICHT IM HINBLICK AUF DAS EBEN STATTFINDENDE LUTHERJAHR ENTSTANDEN,

aber warum hat sich Holley so intensiv mit Luthers Physiognomie auseinandergesetzt? Man komme in der sachsen-anhaltinischen Landschaft, in der er lebe, kaum um Luther herum, begegne Spuren seiner Geschichte bzw. deren Erinnerungskultur auf Schritt und Tritt. Holley selbst wurde katholisch erzogen, lebte aber seine Musikalität im evangelischen Posaunenchor aus: „Um 8 Uhr war ich als Messdiener in der katholischen Kirche, ab 11 Uhr blies ich Posaune in der evangelischen.“ Später mied er beide.

Er hat sich mit Luthers Tischreden auseinandergesetzt, die auf mehreren Blättern kalligrafischer Hintergrund der Porträts sind, erregt sich über die Ignoranz des Reformators gegenüber der in Rom gesehenen Kunst der Renaissance und stellt ihm in mehreren Bildern Philipp Melanchthon zur Seite, den in Wittenberg lehrenden Philosophen und Humanisten, mit dem aber Luther eng befreundet war.

Holley untersucht mit den Mitteln des Malers, was für ein Mensch Luther war. Durch Doppelporträts mit Luthers Bildbiografen Lucas Cranach d. J. verweist er auf die ikonografische Prägung unseres Lutherbildes durch den in jeder Hinsicht genialen Medienunternehmer Cranach. Holley arbeitet forschend an Luthers Physiognomie, es ist die spannende nonverbale Annäherung an eine multipolare Persönlichkeit, keine ikonografische Verherrlichung.

ZU DEN ARBEITEN DES KÜNSTLERS

EIN ANDERER ASPEKT IN HOLLEYS WERK: DAS UNIKATBUCH

Holley, der ja vor allem auch ein Mann des Buches ist und 15 Jahre lang als Verleger der MEG art Presse wunderbare originalgrafische Bücher herausgebracht hat, bedient sich auch immer wieder eines der mittelalterlichen Klosterkultur entlehnten Mediums: des handgeschriebenen und -gezeichneten Unikatbuchs. Als Beispiel für diesen Teil von Holleys Werk sei hier der wuchtige Unikat-Foliant von Baudelaires „Blumen des Bösen“ vorgestellt, ein gewaltiges Buch, das einen in seiner überbordenden Üppigkeit schier überwältigt: Eine handgeschriebene Auswahl von Baudelaires Gedichten schmiegt sich in eine Fülle von Zeichnungen, Collagen, Klappseiten, das Ganze nach allen Regeln handwerklicher Buchbinderkunst edel in Halbleder und grobes Japanbütten gebunden mit golden geprägter Rückentitelei. So schön hätten es nicht einmal die alten Mönche hinbekommen, ganz abgesehen davon, dass denen die weiblichen Aktmodelle nicht erlaubt gewesen wären. Nackte Männer gibt‘s im Buch aber auch…

ZU DEN ARBEITEN DES KÜNSTLERS

MATTHIAS GUBIG DOKUMENTIERT ZUM ZWEITEN MAL DAS „BESTDEUTSCH“

Im Jahre 2004 erschien „Bestdeutsch 1990 bis 2003“ als einer von Gubigs vorzüglich ausgestatteten und original-grafisch illustrierten „Spätdrucken“. Nun haben sich genü-gend neue „Wörter und Unwörter“ angesammelt, um den Band 2 erscheinen zu lassen. Die zwischen 2004 und 2016 von der Gesellschaft für Deutsche Sprache in Wiesbaden zu Wörtern des Jahres gekürten Begriffe, ergänzt um ausgewählte „Unwörter“, die eine unabhängige Jury aus Sprachwissenschaftlern jährlich anprangert, sind in diver-sen Schrifttypen groß über die Buchseiten gestreut, ohne Kommentar, illustriert mit farbigen Originalgrafiken, bei denen erneut Gubigs Bilderfindungsgabe zu bewundern ist. Der Druck dokumentiert in hochwertigster Form deut-sche Zeitgeschichte.

Dass bei dem Buch alles vom Pressendruck-Feinsten ist, versteht sich von selbst, denn der Künstler bekleidete lange Jahre eine Professur für Buchgestaltung an der Hochschule Berlin Weißensee.

ZU DEN ARBEITEN DES KÜNSTLERS

2018 WINKT… DER PIN-UP-KALENDER:
EROTIK AUF DER SCHATZINSEL

GASTKÜNSTLERIN YVONNE KUSCHEL!

„Na, mein Schatz“ bekommen Sie ja vielleicht auch des Öfteren von Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner zu hören, aber wenn das zu oft „passiert“, verliert sich möglicher-weise das Gefühl, tatsächlich eine Preziose zu sein. Die Leipziger Kalenderkünstlerinnen schärfen dafür den Blick, wenn sie die beiden Sprachbilder vom Schatz und der seit Robert Louis Stevenson sprichwörtlichen Insel, wo man den finden könnte, zusammenführen. Halina Kirschner, Gerlinde Meyer und Nadine Prange, Pin-Up-Kalender-Urgesteine (pardon, die Damen!) seit 2007, haben dieses Mal Yvonne Kuschel als Gastkünstlerin eingeladen, und das ist sogar sehr gut so!

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JETZT ZUSÄTZLICH AUCH EIN MODEFOTO-
GRAFIE-KALENDER VON GÜNTER RÖSSLER!

ABER NATÜRLICH AUCH WIEDER DER KALENDER AKTFOTOGRAFIE

Der legendäre Fotokünstler (1926 bis 2012) wollte seine Fotografie vielen Menschen zugänglich machen, deshalb gab er jedes Jahr einen hochwertigen Aktfotografie-Kalender heraus. Diese Kultur setzt seine Frau, die ihm auch immer assistierte, fort – auch mit einem unter ihrer Aufsicht vom Original-Negativ belichteten Barytabzug, der rückseitig nachlasssigniert ist. (Die Preise für von Rössler handsignierte Abzüge liegen inzwischen bei ca. 3000 – 5000 EUR). Und erweitert das Sujet auf die Modefotografie, Rösslers zweites Standbein.

ZU DEN ARBEITEN DES KÜNSTLERS

18. DRUCK DER GUTENBERG PRESSE
BERNHARD JÄGERS BLEISPIELE

BUCHVORSTELLUNG MIT DEM KÜNSTLER AM DIENSTAG, 24. OKTOBER 2017 UM 19.30 UHR

Mit der Produktion dieses neuestes Drucks hat Bernhard Jäger, der 1935 geborene frühere documenta-Teilnehmer, im Jahr 2005 (!) begonnen hat: In Zusammenarbeit mit dem engagierten Schriftsetzer Manfred Schulz konzipierte Jäger ein Buch, das die Verherrlichung des Anachronismus Bleisatz zum Ziel hat: Jäger, selbst gewiefter Typograf, zeichnete Figurationen, die Schulz ausschließlich aus Bestandteilen des Bleisatzes, Linien, Stegen, Lettern, Ziffern und Satzzeichen, für den Druck nachgebaut hat.

Man muss es klar sagen: Hier liegt ein Pressendruck vor, wie es ihn vermutlich nie mehr geben wird! Heute leben in Deutschland vielleicht höchstens noch 5 bis 10 meist hochbetagte Schriftsetzer, die das könnten, was Manfred Schulz konnte. Aber es wird auch niemand mehr diese Fähigkeiten abfragen, denn: Am Computer ließe sich das Ganze im Nu nachbilden. Warum dann…? „Zu wissen, es ist Platin!“ Hier ist alles materiell echt.

ZU DEN ARBEITEN DES KÜNSTLERS

ZUR FRANKFURTER BUCHMESSE (MITTWOCH 11.10. BIS SONNTAG 15.10.2017, JEWEILS VON 9.00 BIS 18.30 UHR,

AUSSER SONNTAG, DA ENDET DIE MESSE UM 17.30 UHR)

zu kommen, lohnt ja der weiteste Weg Wir tun das unsere dazu und haben wieder ein kleines Konvolut kostenloser Eintrittskarten, die auch an den irrsinnigerweise immer noch sog. Fachbesuchern vorbehaltenen Tagen Mittwoch bis Freitag gelten. Wer zuerst kommt…
An unserem Stand (Halle 4.1., M 33/35) treffen Sie u.a.:
Annika Siems, die in diesem Jahr „Der dritte Mann“ von Graham Greene für die Büchergilde illustriert hat. Einige dieser Originalzeichnungen sehen Sie an unserem Stand: Donnerstag, 12.10., 16.00 bis 17.00 Uhr.
Philip Waechter (Illustrator u. a. von Jakob Arjouni, „Happy birthday, Türke“) mit einer illuminierten Präsentation der auf transparentes Papier gedruckten Serigrafie der Vorzugsausgabe Freitag 13.00 bsi 14 Uhr am Messestand Büchergilde.
Katrin Stangl, deren neues „Tolles Heft“ im Oktober erscheint und die dieses gern signiert am Mittwoch, 14.00 bis 15.00 Uhr

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ALEXANDRA FROHLOFF ILLUSTRIERT DEN TEXT EINES DÄNISCHEN NOBELPREISTRÄGERS

BAND 6 DER WEISSEN REIHE AUS MÜNSTER/WESTFALEN:

Ja, wir sind ein Europa, und wenn es geht, geh ich sonn-tags bei Pulse of Europe mit, aber bei der Kenntnis der gesamteuropäischen Kultur hapert‘s noch. Wie gut, dass es in Münster die edition sonblom gibt, die deutsche Künstler zur Illustration europäischer Schriftsteller anhält und uns pars pro toto immer einen Protagonisten euro-päischer Literatur zur Wahrnehmung bringt, edel und doch erschwinglich. Haben Sie schon von Henrik Pontoppidan (1857 bis 1943) gehört? 1917 wurde ihm „für seine an-schaulichen Schilderungen des zeitgenössischen Lebens in Dänemark“ der Nobelpreis für Literatur verliehen.

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K.O. GÖTZ 22.2.1914 BIS 19.8.2017

DES NACHRUFENS KEIN ENDE

Als abstrakter Maler erhielt Karl Otto Götz von den Nazis ab 1935 Mal- und Ausstellungsverbot, malte allerdings heimlich weiter. Bei der Bombardierung Dresdens wurde sein gesamtes Frühwerk vernichtet, er selbst verbrachte den Krieg als Soldat in Norwegen. Aber schon 1947 waren seine abstrakten Arbeiten in Paris zu sehen. Dort hatten 1948 einige belgische, niederländische und dänische Künstler, darunter Asger Jorn, Constant, Karel Appel und Corneille die Künstlergruppe CoBrA (Copenhagen/Brüssel/ Amsterdam) gegründet. Sie luden Götz als einzigen deut-schen Künstler ein, CoBrA-Mitglied zu werden.

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VOLKER MELCHIOR 1939 BIS 2017

DES NACHRUFENS KEIN ENDE

Er gehörte zu den Stillen im Lande, so still, dass manch einer von Ihnen noch nie von ihm gehört haben mag. 1939 in Plauen geboren, studierte Melchior 1961 bis 1966 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst und arbeitete seit 1966 als freischaffender Künstler. Ab 1984 unterrichtete er selbst an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle/Saale. Im Jahr 2002 erschien bei der Büchergilde als 7. Druck der Gutenberg Presse ein kom-plett in Text und Bild radiertes Buch von Maxim Gorki – „Der Tod und das Mädchen“. Die 28 Exemplare waren so schnell vergriffen, dass selbst ich als der Verleger kein Exemplar abbekommen habe.

So ging es Melchior oft: Kaum jemand kannte seinen Namen, aber wer eine seiner raren Arbeiten zu sehen bekam, in denen sich in einem Dschungel von Linien Figuren erahnen lassen, ist fasziniert. Im Juli ist der Künstler, der krankheitsbedingt schon länger nicht mehr arbeiten konnte, in Leipzig gestorben.

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ARNO RINK 26.9.1940 BIS 5.9.2017

DES NACHRUFENS KEIN ENDE

Bei ihm kam ich zu spät: Als ich Anfang der 2000er Jahre Druckgrafik mit Arno Rink produzieren wollte, hatte er sich gerade von diesem künstlerischen Medium zugunsten der vollen Konzentration auf seine Malerei verabschiedet. Ich habe das immer sehr bedauert, seine grafischen Arbeiten, in denen er nach meinem Gefühl seinen Lehrer Tübke weit übertroffen hat, habe ich sehr geschätzt. Der erst im zweiten Anlauf als Student an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst angenommene Künstler wurde dort selbst 1979 Professor und war von 1987 bis 1994 deren Rektor, so unumstritten, dass seiner Autorität auch ein Systemwechsel nichts anhaben konnte. Trotz schwerer Krankheit beteiligte er sich bis zuletzt intensiv an der Vorbereitung seiner großen Retrospektive im Leipziger Museum der Bildenden Künste, die vom 18.4. bis 22.7.2018 zu sehen sein wird unter dem Titel: „Arno Rink. Ich male!“

KATJA ZWIRNMANNS GENIALES GESAMTBUCHKUNST-WERK ZU GUSTAV MEYERINK!

Zwirnmann, die ja auch zu den Leipziger Augen:faltern gehört, hat vor dem Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst eine Ausbildung zur Buchbinderin im Niedersächsischen Staatsarchiv Wolfenbüttel absolviert, und sie wuchert mit ihren Pfunden:
Zu Gustav Meyrinks Erzählung „Fluch der Kröte“ hat sie nicht nur 5 faszinierende vielfarbige Holz- und Linolschnitte geschaffen, sondern den Text in Buchform beigelegt, das ein 150 cm breiter Orig.-Holzschnitt ist, der zum Leporello gefaltet den Text auf transparenten Blättern zwischengeheftet enthält. Schwer zu beschreiben, wenn Sie können, schauen Sie es sich unbedingt mal an, z.B. auf der Buchmesse…

ZU DEN ARBEITEN DES KÜNSTLERS

WIR WURDEN MIT DEM DEUTSCHEN BUCH-HANDLUNGSPREIS 2017 AUSGEZEICHNET!

Als eine von einhundert inhabergeführten Buchhandlungen Deutschlands haben wir den von der Kulturstaatsministerin Monika Grütters gestifteten Deutschen Buchhandlungs-preis 2017 zuerkannt bekommen. Außer über das Preisgeld in Höhe von 7000 Euro für neue Investitionen freuen wir uns natürlich über die Würdigung unserer Kulturarbeit mit Lesungen, Vorträgen und Ausstellungen, die in der Preisverleihung zum Ausdruck kommt. Und wir bedanken uns sehr herzlich für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung, ohne die dieses Engagement nicht tragen würde.