Wir laden Sie sehr herzlich ein zu unserer Ausstellung:
Alfred Pohl – Erster Rückblick. Aquarelle und Farbholzschnitte

6. April bis 16. Mai 2021
Frankfurter Büchergilde & Galerie, An der Staufenmauer 9, Mo – Fr 10.00 bis 19.00 Uhr, Sa 10.00 bis 17.00 Uhr

Als das Museum of Modern Art New York (MoMa) in den früheren 1970er-Jahren eine sehr große Zeichnung von Alfred Pohl ankaufte, tat es dies in der Annahme, die Arbeit eines peruanischen Künstlers zu erwerben. Und genau betrachtet ist da sogar etwas dran, denn sein wirkliches Coming-out als Künstler mit einer eigenen, unverwechselbaren Handschrift hatte Alfred Pohl, als er 1967 nach Peru ging und von den Farben der Landschaft, besonders der Sierra Peruana, der peruanischen Wüste, und den künstlerischen Formen des indigenen Bevölkerungsteils Perus so überwältigt war, dass er wie im Rausch diese inneren Bilder zu Papier bringen musste – als Farbholzschnitte in der Technik der verlorenen Form.
Bis dahin war es ein weiter Weg gewesen: Pohl wurde 1928 in Essen in eine bürgerlich-katholische Familie geboren, die gegen Sympathie mit dem Naziterror immun war. Pohls Vater, ein Architekt, der zu seinem Fortkommen in Rheydt, wo die Familie seit 1935 lebte, hätte Parteimitglied werden müssen, wich nach Trier aus. Dort besuchte Alfred Pohl, nachdem er als 17-Jähriger die Schule ohne Abitur verlassen hatte, ab 1946 zwei Jahre lang die Werkkunstschule. Da ihm aber schon als Kind, das den Wunsch hatte, Maler zu werden, eingetrichtert worden war, dass das leider nicht ginge, weil man damit keinen Lebensunterhalt verdienen könne, absolvierte er eine Ausbildung zum Tierpräparator an der Hochschule in Göttingen.

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Ausstellung im Kabinett:

Die burgart presse Rudolstadt

Man schaut auf die perfekten Künstlerbücher der burgart presse und nimmt sie wie selbstverständlich, aber wie kam es denn dazu, dass ein gewisser Jens Henkel in der thüringischen – pardon – Kleinstadt Rudolstadt (25.000 Einwohner) 1990 einen der bedeutendsten Pressendruck-Verlage des jungen Gesamtdeutschland gründetn und 30 Jahre lang eine bibliophilen Kostbarkeit nach der anderen vorlegte, daneben Werkverzeichnisse und Monografien? Dem es zudem gelingen konnte, Autor/inn/en wie Walter Jens und Christa Wolf, Friederike Mayröcker und Adolf Endler für Klein(auflagen)-Editionen mit überschaubarem Honorar-Ertrag zu gewinnen.
Henkel, Jahrgang 1953, ist von Haus aus akademisch ausgebildeter Museologe – ein Studiengang, den es nur in der DDR gab, und man muss kein Prinz sein, um zu konstatieren: Es war nicht alles schlecht –, und Historiker, und arbeitete als solcher neben seiner Verlegertätigkeit immer auch im Thüringer Landesmuseum Heidecksburg in Rudolstadt.

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Janosch zum 90. Geburtstag

Warum an dieser Stelle Janosch (* 11. März 1931 in Hindenburg, Oberschlesien) würdigen? Weil der Künstler nach dem Besuch einer Textilfachschule in Krefeld, wo er u.a. von Gerhard Kadow, einem Schüler von Paul Klee, ausgebildet wurde, 1953 in München an der Akademie der Bildenden Künste studierte, sein Kunststudium aber wegen „mangelnder Begabung“ nach einigen Probesemestern abbrechen musste. Und dann ist aus ihm einer der erfolgreichsten Zeichner Europas geworden, dessen Tigerenten und Panamabären international Furore machten. Er ist aber nicht nur der Kinderbuchautor und -zeichner, sondern ein gewiefter Radierer mit sehr „erwachsenen“ Motiven, und diese wenig bekannte Seite des Künstlers wollen wir aus Anlass seines Geburtstages würdigen.

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Einblattdrucke von Peter Rensch…

Die schöne Kultur des Einblattdrucks wird uns demnächst eine größere Würdigung wert sein, denn diese kleine, feine Verbindung von Literatur und Originalgrafik ist ja die höchste Wertschätzung, die ein Gedicht, ein kurzer Prosatext erfahren können. Peter Rensch nutzt diese Form gern, um vergessene oder verkannte Autoren ins Heute zu holen, so auch mit seinem neuesten Einblattdruck, dessen Autor wohl kaum jemand kennt:
Ernst Balcke war eng befreundet mit Georg Heym. Seine Gedichte wurden zu Lebzeiten noch nicht veröffentlicht. Beide ertranken 1912 als 25-Jährige beim Schlittschuhlaufen in der Havel. Erst posthum erschienen Gedichte von ihm 1913 in der Zeitschrift „Die Aktion“ und eine kleine Sammlung 1914 im Verlag Reuss & Pollack.

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…und von Claudia Berg

Die „Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption“ im ostsächsischen Kamenz besteht in diesem Jahr 25 Jahre und hat aus diesem Anlass mit Claudia Berg einen Einblattdruck aufgelegt. Es ist ein Auszug aus der Vorrede von Lessings „Laokoon“, in Bleisatz auf Bütten gesetzt, und von Claudia Berg mit der Kaltnadelradierung begleitet:

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Neues aus dem Hause Faber und Faber

Ach, wie schön, wenn man sich auf manche Dinge einfach verlassen kann: dass unweigerlich der Frühling kommt und dass Michael Faber schöne Buchkunstideen hat. Z.B., den renommierten Hyperrealisten Jan Peter Tripp mit der Neu-illustration der La Fontainschen Fabeln zu beauftragen. Denn die bis heute prägendste Illustration schuf Gustave Doré immerhin schon 1866, und da ist eine behutsame Auffrischung nicht verkehrt. Jan Peter Tripp (*1945 in Oberstdorf im Allgäu) studierte von 1967 bis 1970 an der Akademie Stuttgart und war Meisterschüler bei einem der wichtigsten Vertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, Rudolf Hausner.

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Und ein Faber & Faber-Nachtrag

Das ist uns erst mal durch die Lappen gegangen - die schöne, von Egbert Herfurth illustrierte Essaysammlung von Gilbert Keith Chesterton (genau, der mit Pater Brown…): „Verteidigung des Unsinns, der Demut, des Schundromans und anderer mißachteter Dinge“. Den Seligsprechungsprozess für Chesterton hat die katholisch Kirche übrigens erst 2019 wegen „mangelnder persönlicher Spriritualität“ des zu Ehrenden eingestellt...

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Blick ins Atelier: Klaus Süß

Der Münchner Kunstsammler Dietmar Mayer hat für sich die Kultur entwickelt, Künstler/innen im Atelier zu besuchen und sie dort bei der Arbeit zu fotografieren. Aus dieser Dokumentation entsteht dank der Möglichkeiten des Digitaldrucks ein reich bebildertes Buch in kleinster Auflage, das in Kooperation mit dem betreffenden Künstler selbst wieder zum Kunstwerk wird.
Künstlerateliers sind magische Orte, in denen sich Skizzenhaftes, Fertiges oder einfach nur Anregendes zu einem bunten Chaos vermischt. Die wunderbare produktive Unordnung ist Teil der Faszination, die den Besucher erfasst, und die bei den „Tagen des offenen Ateliers“ leider oft glatt ge- und den Blicken entzogen wird. Insofern eröffnet Dietmar Mayers Buch einen sehr authentischen Einblick in den Künstleralltag – und dass der gerade bei Klaus Süß wahrhaft in Farben und Formen brodelt, kann man sich leicht vorstellen.

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Orig.-Lithografien von Helge Leiberg

zu Büchergilde-Mitglieder-Vorzugspreisen gibt es im aktuellen Bücher-gilde-artclub-Programm. Von den beiden dort angebotenen Grafiken ist „Leidenschaftliche Begegnung“ bereits vergriffen – wir haben jedoch vom Künstler eine Farbvariante des Motivs von 1997 bekommen (grün-rot statt schwarz-rot) zum gleichen Preis

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Was noch fehlt (1):

Bild von Hans Ticha für 60.000 Euro versteigert

Ende letzten Jahres wurde beim Berliner Auktionshaus Villa Grisebach ein großes Bild von Hans Ticha aus dem Jahr 1991 („Es wächst zusammen“) für 10.000 EUR ausgerufen (zu etwa diesem Preis wurde es vor einigen Jahren bei uns gekauft), dann bei 50.000 Euro (inkl. Aufgeld des Auktionshauses, aber noch ohne die 19 % MwSt.) zugeschlagen, der Kaufpreis beträgt also knapp 60.000 Euro!

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Was noch fehlt (2):

dass wir vom höchst vergriffenen Tabor Kalender 2021 mit den Orig.-Grafiken u.a. von Helge Leiberg, Angela Hampel und Henning Wagenbreth noch ein nicht abgeholtes Exemplar anbieten können (EUR 475.-).

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Was noch fehlt (3):

Grafikbörse Borken Anfang Juni!

- dass es einen neuen Termin für die Deutsch-Niederländische Grafikbörse in Borken gibt: 4. bis 6. Juni 2021. Die Hoffnung stirbt zuletzt…