WIR LADEN SIE SEHR HERZLICH EIN ZUR ERÖFFNUNG UNSERER AUSSTELLUNG:

INGRID JÖRG UND DIE BERLINER HANDPRESSE
IM KABINETT:
DIE REIHE OXOHYPH - ORIG.-GRAFISCH ILLUSTRIERTE LITERATUR. DAS VERLEGERPAAR CHRISTA UND TONI KURZ IST ZUR ERÖFFNUNG PERSÖNLICH ANWESEND

AM FREITAG, DEN 20. APRIL UM 19.30 IN DER IN DER BÜCHERGILDE BUCHHANDLUNG & GALERIE FRANKFURT AM MAIN, DIE AUSSTELLUNG IST BIS ZUM 9. JUNI 2018 VON MO BIS SA VON 10.00 BIS 19.00 UHR ZU SEHEN
AN DER STAUFENMAUER 9, MO - SA 10.00 BIS 19.00 UHR

Im 209. Frankfurter Grafikbrief vom März 2017 habe ich das erste Mal ausführlich die 1961 gegründete Berliner Handpresse und dabei vornehmlich die Drucke vorgestellt, die von den beiden Gründern Wolfgang Jörg (*1934 in Köln, + 2009) und Erich Schöning (1935 bis 1989) mit farbigen Original-Linolschnitten illustriert waren.

Arbeiten der Dritten im Bunde, Ingrid Jörg, fanden sich allenfalls in den Handpressendrucken, die nach dem frühen Tod von Schönig von Wolfgang Jörg, Klaus Ensikat und eben Ingrid Jörg mit Orig.-Farblinolschnitten ausgestattet worden waren. Dies, obwohl es 17 eigenständige Drucke von Ingrid Jörg gibt – aber die waren und sind schwer zu bekommen! Denn im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen, deren Gemeinschaftswerke meist eine Auflage von 300 Exemplaren hatten, druckte sie immer höchstens 100 Exemplare, was bei z.B. acht Farblinolschnitten pro Buch à 6 Farben gewaltige 4800 Handdruck-Vorgänge je Buchauflage ausmachte.

Ingrid Jörg ist als Pressendruckerin und Schöpferin wunderbarer Farblinolschnitte bekannt, aber zu ihrem Lebenswerk gehörte und gehört immer auch die Malerei, sie bevorzugt das große Format und kann auf ein bemerkenswertes Oeuvre blicken. Wir zeigen in unserer Ausstellung neben den Pressendrucken und Einzelgrafiken auch diese großartige Malerei

ZU DEN ARBEITEN DER KÜNSTLERIN

IM KABINETT:
DIE REIHE OXOHYPH AUS HORN/NIEDERÖSTERREICH

Begonnen hat alles 1975 mit der Gründung der Galerie Thurnhof in einem ehemaligen Kurzwarengeschäft in der Thurnhofgasse (sic!) in Horn/Niederösterreich durch Toni Kurz und Gerhard Linder. 1980 schaffte man zur Herstellung von Einladungen, Plakaten, Katalogen eine Kleinoffset-Druckmaschine an.

Laut Toni Kurz waren es die Künstler, die meinten, damit könne man doch auch Bücher drucken, und Originalgrafik, und so erschien 1983 der Erste Druck der Edition Thurnhoff. 1995 wird, an die Produktionsmöglichkeiten angepasst, die Reihe „Oxohyph“ konzipiert, das Wort ist eine dem phonetischen Wohlklang folgende Erfindung des Verlegers:

Inhaltlich gibt es Raum für Erzählung, Lyrik, die kleine Form, Kinderbuch, Experiment, Kochbuch, Comic, es sind in der Regel literarische Erstveröffentlichungen. Das muss man bei Lyrikern wie Ernst Jandl, Friederike Mayröcker (beides natürlich lange vergriffen) und vielen anderen bedeutenden Autorinnen und Autoren erst einmal hinbekommen.

Alle Bände werden mit Original-Flachdruckgrafiken illustriert: Dazu zeichnen die Künstler/innen maßstabgetreu auf Filme, für jede zu druckende Farbe einen eigenen Film, die direkt auf die Offsetdruckplatten belichtet werden. Gedruckt wird in von den Künstlern einzeln festgelegten Farben, nicht wie im normalen Vierfarbdruck gelb, rot, blau, schwarz. Hier wird jede einzelne Farbe dem Wunsch des Künstlers entsprechend speziell angerührt.

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AUGEN:FALTER FEIERT DIE GEDANKENFREIHEIT

Vor knapp 10 Jahren schlossen sich acht junge Leipziger Künstlerinnen zur Gruppe augen:falter zusammen, was übrigens kein Kunstwort ist, sondern wissenschaftliche Bezeichnung für eine bunte Schmetterlingsgattung der Edelfalter (Tagfalter) mit weltweit etwa 3.000 Arten….

Aus der Idee eines gemeinsamen (Messe)Auftritts von a) ausschließlich weiblichen und b) der Druckgrafik verpflichteten Künstlern entstand auch inhaltlicher Zusammenhalt, der sich seither in jährlich einem buchkünstlerischen Gemeinschaftsprojekt der Acht manifestiert.

Dieses Jahr haben sich die Künstlerinnen zwei Strophen des Volksliedes „Die Gedanken sind frei“ vorgenommen, sie sind der Geschichte des Liedes nachgegangen und verfolgen sie zurück bis in das Jahr 1800, ähnlich lautende Leitmotive finden sie schon bei Luther und Shakespeare.

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... UND ANDREAS LABES FEIERT AUGEN:FALTER

Ich versuche, die schöne Tradition der Künstler-Portraitfotografie ins Heute zu überführen und habe deswegen den Berliner Fotografen und Fotokünstler Andreas Labes gebeten, ein Portrait der Gruppe augen:falter zu schaffen. Labes, der u.a. mit einem Fotoband, in dem er 100 Hundertjährige Menschen portraitierte, in gleich 4 Auflagen reüssierte, hatte auch das richtige Auge für junge Künstlerinnen:

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CLAUDIA BERG GESTALTET VERDRIESSENDES SCHÖN

„Verdroßnen Sinn im kalten Herzen hegend“ ist der Titel eines kurzen Herbstgedichtes von Heinrich Heine, zu dem mir Claudia Berg schreibt:
„Ich liebe dieses Gedicht von Heine und auch die Jahreszeit dazu, und als ich letztes Jahr eine Woche in Thüringen war, da hab ich in dem Wald, wo ich schon so oft gezeichnet habe und fast jeden Baum mit „Du“ an-reden kann, die drei Platten bekratzt, eine Lichtung, einen dichten Wald und eine Nebelwiese im Wald, und daraus ist dieses Buch entstanden, das genau in der Jahreszeit des Gedichtes von Heine verortet ist. Und diesmal, seit langem, hab ich auch mal wieder eine Radierung als Einband genommen, ist immer sehr aufwendig, sieht aber auch sehr schön aus, finde ich.“ Finde ich auch.

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JOACHIM JOHN 1933 BIS 2018

Er war ein Künstler, dessen manische Schaffenskraft zu 1000 Federzeichnungen für die Illustration eines einzigen Buches führen konnte, ein fast besessener Zeichner, und einer der wirkmächtigen Stillen. Das Studium an der Universität in Greifswald brach John 1959 ab und zog auf die Insel Usedom, wo er zum Kreis des dort lebenden Malers Otto Niemeyer-Holstein stieß, der fernab der DDR-Bürokratie ein weitgehend autonomes Dasein führte. 1990 übernahm er eine Gastprofessur an der Gesamthochschule Kassel. John war von 1991 bis 1993 Sekretär der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste zu Berlin (Ost) und Mitglied des von Heiner Müller berufenen Gremiums...

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NOCH MEHR VERLAGSFRISCHGE DRUCKE AUS DER BERLINER HANDPRESSE

Da ich in Vorbereitung auf die Ausstellung mit Ingrid Jörg Zugang zum Verlagslager der Berliner Handpresse im tiefen Brandenburg bekam, konnte ich noch einige weitere Drucke, vor allem von Wolfgang Jörg mit Orig.-Linolschnitten ausgestattet, ergattern..

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DIE NEUEN LYRIKHEFTE AUS DER SONNENBERG PRESSE

+ EIN SCHUBER

Heute wimmelt‘s hier nur so vor V.O. Stomps-Preisträger/innen: Denn neben Toni Kurz‘ Edition Thurnhof und dem dort vertretenen Svato Zapletal haben auch die drei Künstlerinnen der Chemnitz/Kemberger Sonnenberg Presse, Andrea Lange, Bettina Haller und Birgit Reichert, diesen Preis der Stadt Mainz erhalten, übrigens neben den augen:faltern die zweite Künstlerinnengruppe mit Hauptaugenmerk auf Druckgrafik. Im Juni 2018 kann sie ihr 20-jähriges Bestehen feiern…

Hier erscheinen seit 2005 (!) in unregelmäßigen Abständen die LyrikHefte, meist von einer der drei Künstlerinnen (manchmal von Gästen) mit Orig.-Holzschnitten oder Zinkstichen illustriert, zu zeitgenössischer Lyrik, diese meist in Erstausgaben.

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HIER GEHT’S UM IHR KAPITAL!
KARL MARX ZUM 200. GEBURTSTAG

Der Bildhauer Peter Braun ist fest davon überzeugt, dass der Alte noch gebraucht wird und der 200. Geburtstag (5. Mai 2018) ein gutes Datum wäre für eine Renaissance seiner Ideen. Schon zum zweiten Mal lässt der in Kärnten geborene und bei Marburg/Hessen aufgewachsene Künstler den Totgesagten mit bronzener Faust den Sockel durchstoßen, auf den er gestellt worden ist. Diese neue Modulation zeigt den Philosophen mit dickerem Schädel und ausgearbeiteteren Zügen, leider ist der Preis als andere als pauper. Ein großer Teil des Geldes geht in die Gießerei. Um den komplexen Entstehungsprozess eines Bronzegusses transparent zu machen, hat Braun alle Einzelschritte vom Tonmodell über die Silikonform, die Wachsform, die Keramikform, den Guss bis zum Ausschlagen des unansehnlichen Rohlings (siehe Abb.) fotografisch dokumentiert

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FRANZISKA NEUBERT GUCKT SCHWIMMERN ZU

UND WIR TRAGEN DAS BILD AUF UNSEREN BRIEFKUVERTS IN DIE WELT

Franziska Neubert, die gerade für die Büchergilde eine neue und wirklich beeindruckende Illustration zu Arthur Millers einzigem Roman "Fokus" vorgelegt hat, hat der Büchergilde diese wuderbare neue Orig.-Flachdruckgrafik zur Verfügung gestellt.
Für langfristig Planende: Am Freitag, den 23. November um 19.30 Uhr eröffnen wir hier eine Ausstellung von Franziska Neuberts neuesten Arbeiten in Anwesenheit der Künstlerin.

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