17.7.21 um 17.05 Uhr: Livestream des Gesprächs mit Barbara Klemm und Thomas Reche unter
https://www.youtube.com/watch?v=0QPBvORSGcg

Siegfried Gwosdz – Endlich Holzschnitt!
Im Kabinett: Der Thomas Reche Verlag

Eröffnung am Samstag, 17.7.2021 um 17.00 Uhr mit einem Verlegergespräch mit Thomas Reche und der Fotografin Barbara Klemm

Aufgrund der Corona-Regeln können nur insgesamt 15 Menschen an der Veranstaltung teilnehmen. Es besteht Maskenpflicht, die Stühle stehen auf 1,5 m Abstand. Bitte melden Sie sich bei Interesse schriftlich (E-Mail oder Brief) an. Wir planen, die Veranstaltung als Livestream im Internet zu übertragen. Ob das gelingt, sehen Sie bitte kurzfristig unter www.grafikbrief.de nach. Ggfs. ist diese Veranstaltung dann auch jederzeit später auf dem Youtube-Kanal der Buchhandlung anzusehen. Die Ausstellung ist vom 17.7. bis 2.9.21 geöffnet, Mo – Fr 10.000 bis 19.00 Uhr, Samstag bis 17.00 Uhr

Als einer, der sich auch nach dem Abitur und mithin 13 Jahren Kunstunterricht noch gewundert hat, wie es einem Rembrandt gelingen konnte, mittels eines Radiergummis all die filigranen Bilder zu schaffen, die in den Deutsch-Lesebüchern abgebildet waren, frage ich oft Künstler, wie sie denn zur Druckgrafik gekommen sind. Eine der schönsten Geschichten ist die von Siegfried Gwosdz: Er war schon als Jugendlicher als talentierter Zeichner bekannt, und eines Tages kam eine Freundin mit einer Radierung zu ihm und bat ihn, diese abzuzeichnen. Verblüfft stellte er fest, dass sich so feine, kräftige Linien mit dem Zeichenstift nicht zuwege bringen ließen.
Also besorgte er sich ein Lehrbuch zu druckgrafischen Techniken, das von einem Mitglied der Druckerdynastie Kätelhön verfasst worden war, und begann eigenständig, sich die Technik der Radierung anzueignen. Was sich so leicht anhört, ist mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden: Es braucht eine Druckpresse, denn da bei der Radierung gefeuchtetes Büttenpapier die Farbe aus den Vertiefungen der Kupferplatte saugen soll, ist erheblicher Druck nötig, den kann man nicht mit einer Handwalze oder einem Falzbein erzeugen. Und wenn man nicht nur Kaltnadelradierungen herstellen will, braucht es Eisenchlorid zum Ätzen der Kupferplatte. Eisenchlorid, das ist – Salzsäure! …

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Verlag Thomas Reche

Kabinettausstellung

Man mag es kaum glauben: Ganze 21 Jahre war Thomas Reche alt, als er 1988 einen Verlag gründete, für den wie für die Büchergilde hohe Qualität von Inhalt und Form absolute Priorität haben. Mit seiner unverstellten jugendlichen Begeisterung für Literatur und Kunst bezauberte schon der junge Verleger weltberühmte Schriftsteller und Künstler und schafft es so, dass sogar von Literaturnobel-preisträgern wie John Coetzee, Imre Kertész und Wole Soyinka deutsche Erstausgaben in seinem kleinen, feinen Verlag erscheinen, grafisch und original-grafisch illustriert von Künstlern wie Jürgen Brodwolf, Alfred Hrdlicka, Claudia Berg und Susanne Theumer.
Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal bei literarischen Illustrationen hat der Verlag durch die Paarung von Texten und Fotografie, auch hier sind die namhaftesten Künstler gerade gut genug: Barbara Klemm, Walter Vogel (1932), der wie Siegfried Gwosdz an der Folkwangschule Essen studierte (natürlich sehr viel früher), den MAGNUM-Fotografen Erich Lessing und Thomas Hoepker usw...

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Katja Zwirnmann spielt mit Dämonen

Nahezu alle Kulturkreise und Völker imaginieren übernatürliche Wesen. Dämonen gelten als Mittlerwesen, die den Menschen die göttlichen Gaben und das Schicksal zuteilen. Sie begleiten die Menschen als Schutzgeister, sind aber auch verantwortlich für Unglück, Krankheit, Laster oder allerlei Übel. Kein Teil des Kosmos ist unbeseelt, die Dämonen leben in jedem Element und jedem Lebewesen. Ein Pandämonium bezeichnet die Gesamtheit aller Dämonen und ihren Aufenthaltsort.
Die Leipziger Künstlerin Katja Zwirnmann, ein augen:falter, hat den Versuch unternommen, die faszinierende Fülle der Wesenheiten der Dämonen in einer kleinen Aus-wahl nach ihren Erscheinungsformen und Wirkweisen zu gruppieren. Sie schuf 32 Grafiken als Vorlagen für ein Kartenspiel „Kleines Pandämonium“, dessen Druck sie über eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne finanzierte. Bei uns gibt es natürlich die Mappe mit den Original-Linolschnitten

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Henning Wagenbreth macht‘s sträwkcür

Haben Sie mal in jungen Jahren einen Hasen totgefahren? Oder haben Sie etwas studiert, was Sie gar nicht interessiert? Es gibt eine zweite Chance! Henning Wagenbreth dreht im „Rückwärtsland“ die Zeit zurück und man kann dann all die Sachen noch einmal und besser machen. Er wechselt die Richtung beim Vokabular (Ralubakov) und dreht die Logik des Alltags auf links: In der Zeitung kann man lesen, was am nächsten Tag passieren wird, welche Autos kollidieren, wo ein Gastank explodieren wird. Passt für Kinder und auch als Phantasie für alle anderen

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Volker Sammet zum 80. Geburtstag

Ich fürchte, manch eine/r von Ihnen wird fragen: Volker wer? Und das liegt daran, dass einer der beeindruckendsten Radierer Nachkriegs-Westdeutschland vor 15 Jahren einen schweren Schlaganfall erlitt, der ihn bis heute absolut arbeitsunfähig macht, und wenn dann keine Neuigkeiten mehr zu berichten sind, versinkt der Stern eines solchen Künstlers zu Unrecht im Dunklen.
Volker Sammet wurde am 17. August 1941 in Stuttgart geboren. Ab 1960 studierte er an der Stuttgarter Kunst-akademie bei Professor Gunter Böhmer Grafik, Illustration, Malerei. Böhmer war zu dieser Zeit selbst einer der bedeutendsten Buchkünstler Westdeutschlands, er schuf für die Büchergilde legendär gewordene Illustrationen zu Thomas Mann, Kafkas „Schloß“ oder Robert Walsers „Der Gehülfe“. Ab 1964 lebte Volker Sammet ständig in Paris, 1966 siedelte er nach Südfrankreich um und hatte nun sein Atelier in der Provence...

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Ein Pressendruck mit „fliegender Grafik“

"Aus den Sternen gestürzt… “, so nannte der Dramatiker und Lyriker Klabund (1890 – 1928) den Ort eines Rekonvaleszenz-Aufenthalts im Sommer 1926, das Gut Zeesen des Bankiers Dr. Goldschmidt, eines uneigennützigen Mäzens, der in den Zwanzigerjahren Schriftsteller wie Carl Zuckmayer, aber eben auch den tuberkulosekranken Klabund auf sein Gut zur „Sommerfrische“ einlud.

Klabund verlebte zusammen mit der Schauspielerin Carola Neher, mit der er seit einem Jahr verheiratet war, einen sehr frohen Monat in Zeesen und schrieb ein übermütiges Langgedicht, das er seinem Mäzen widmete. Der Verleger Klaus Brodhun hat diese Ode der Lebensfreude als Pressendruck neu aufgelegt und die 8 Orig.-Linolschnitte der Künstlerin Heide Kathrein Schmiedel (*1952 in Kleinmachnow) jeweils zu den Textstellen lose ins Buch eingelegt.

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Neues Bild auf dem Kuvert: Hans Scheib - Marionette

Der postalisch versandte Frankfurter Grafikbrief trägt immer das Bid einer Druckgrafik - damit man dem Kuvert schon von außen ansieht: Hier kommt etwas dchönes, das nicht ungeöffnet in die Ablage P(apiermüll) gehört. Das neueste Kuvert ziert eine Kaltnadelradierung von Hans Scheib aus dem Jahr 1987 (!)

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Michael Zander - Junge Kunst auf alten Schnittbögen

Der in Berin lebend Künstler (naja, so jung ist er it seinem Jahrgang 1976 nicht mehr...)hat sich von einem Fund von Schnittbögen in alten Illustrierten zu einer Nähmaschinen-Serigrafie inspirieren lassen. Wer es nicht mehr kennt: die Hausfrau der 50er- und 60er-Jahre schneiderte selbst, und den "Schnitt" - Vorlage für die einzelnen Teile einer Bluse oder einer Hose lieferten Illustrierte wie "Constanze", "Brigitte" und "Burda-Moden"...

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