Ausstellung:
Klaus Böttger und die Frage nach der Beständigkeit der Kunst

vom 20. Juni bis 6. August 2022 in der
Frankfurter Büchergilde-Buchhandlung & Galerie
Mo – Fr 10.00 – 19.00 Uhr, Sa 10.00 – 17.00 Uhr

Er war einer der besten Radierer, die Deutschland im 20. Jahrhundert hatte – vielleicht liebten ihn die Götter deswegen zu sehr und holten ihn schon im Alter von nur 50 Jahren zu sich. Das war 1992. Jetzt, 30 Jahre nach seinem Tod und anlässlich seines 80. Geburtstages, soll mit dieser Ausstellung Gelegenheit geschaffen werden, das künstlerische Werk Böttgers, das schon Mitte der 1960er-Jahre, während seines Studiums in Mainz, seinen Anfang nahm, auf seine Beständigkeit zu überprüfen.

In den Sechzigern habe es einen Aufbruch der Künste gegeben, den es so vorher nur in den Zwanzigern gegeben habe – beide Male wäre die Gesellschaft im Umbruch gewesen, meint der Kunsthistoriker Andreas Beitin. Der Vietnamkrieg, die Ästhetik der gegen das kulturelle Establishment gerichteten Popkultur, aber auch die Enttabuisierung des Sex in der öffentlichen Bildkommunikation waren die Themen, denen sich Künstler in Westdeutschland auch schon einige Jahre vor 1968 widmeten.

Es verwundert nicht, dass die Auseinandersetzung mit diesen auf politische und gesellschaftliche Veränderung drängenden Motiven der Druckgrafik einen enormen Aufschwung verschaffte...

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Ausstellung im Kabinett:
Hans Ticha – Kleine Formate. Zeichnung, Aquarell, Druckgrafik

20. Juni bis 6. August 2022

Ende April 2022 wurde beim Berliner Auktionshaus Villa Grisebach eine kleine Bleistiftzeichnung von Hans Ticha in der Größe 23,4 × 14,4 cm versteigert: Sie wurde bei 1000 Euro netto zugeschlagen, dazu kommen 32 % Aufgeld des Aktionshauses und auf das Ganze dann 19 % Mehrwertsteuer. Summa summarum hat der Erwerber also 1570 Euro für die recht einfache Skizze bezahlt. Nachdem bei den Auktionen der letzten 2 Jahre für Ölbilder von Ticha bis zu 60 000 Euro zu entrichten waren, ist der Preisboom nun bei den Papierarbeiten angekommen.

Wir wollen mit unserer Ausstellung die Möglichkeit eröffnen, auch mit kleinerem Budget eine Arbeit des Künstlers zu erwerben, wobei die Preise in unserer Ausstellung von der Kleingrafik für 60 Euro reichen bis zu 800 Euro für ein Aquarell im Format 21 x 25 cm. Dies ist keine Offerte, jetzt schnell irgendein Schnäppchen abzuschießen, es geht darum, dass wenn man von einem Kunstwerk ergriffen ist, das auch noch irgendwie ins eigene Leben transferiert werden kann.

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Büchergilde-Orig.-Grafik-Kalender-im-Sack 2023

statt Tabor Kalender

Eher en passant haben wir kürzlich erfahren, dass die Tabor Presse für 2023 keinen Grafikkalender plant, vermutlich das Projekt ganz einstellt. Dazu muss man wissen, dass sich die Büchergilde aus der Mitherausgeberschaft zurückgezogen hatte, nachdem die Tabor Presse dem Kalender 2018 ohne Absprache mit uns ein noch nicht einmal besonders originelles Porträt Donald Trumps zugesellte und sich keine vernünftige Basis für künftige Vereinbarung finden ließ.

So kurzfristig lässt sich jetzt natürlich keine Kooperation mit anderen Grafikkalender-Produzenten mehr einfädeln. Trotzdem wollen wir möglichst vielen, die im Büro oder zu Hause den festen Platz für eine monatlich wechselnde Originalgrafik nicht verwaisen lassen wollen, ein Angebot machen und sogar den letztjährigen Preis von 475 Euro halten.

Die Auflage wird notwendigerweise sehr viel kleiner ausfallen, nämlich nur 30 Exemplare betragen, weil wir jetzt nicht mehr neue Grafiken produzieren können, sondern Künstlerinnen und Künstler bitten, uns aus ihren Schränken schon existierende Grafiken zur Verfügung zu stellen, und das notwendigerweise zu sehr, sehr kleinem Preis... Lesen Sie mehr durch Klick auf das Bild!

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Nach 7 Jahren:
Ein neuer Lubok!

Viele von Ihnen werden die Reihe noch nicht oder nicht mehr kennen: 2007, auf dem Höhepunkt des internationalen Hypes um die „Neue Leipziger Schule“, erschien in Leipzig ein als Broschur gebundenes Buch, das völlig ohne Text 71 schwarz-weiße Orig.-Linolschnitte enthielt, u.a. von Rosa Loy, Volker Pfüller, Christoph Ruckhäberle und Sebastian Speckmann. Das Ganze für 50 Euro, natürlich streng unsigniert. Das Heft ist heute unbezahlbar bzw. im Sekundär-Buchhandel gänzlich unauffindbar.

In recht schneller Folge kamen bis 2015 elf weitere Hefte heraus, immer nach dem gleichen Prinzip, daneben Lubok Spezial- und Lubok Solo-Hefte, die Arbeiten nur eines Künstlers versammelten.

Dann wurde es still um die originalgrafische Reihe, für die der zusammen mit Thomas Siemon als Herausgeber fungierende Künstler Christoph Ruckhäberle eigens den Lubok Verlag gegründet hatte. Stattdessen erschienen dort Künstler-Monografien und -kataloge. Nun feiert der Verlag sein schon 15-jähriges Bestehen und wurde passend dazu mit dem Deutschen Verlagspreis 2022 ausgezeichnet. Und kündigt ein opulentes neues Heft der Lubok-Reihe an:

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Ein unerklärliches Phänomen: Die Preise für Lubok-Spezialhefte von Volker Pfüller

Volker Pfüller (1939 – 2020) war nicht nur ein bedeutender Illustrator und Theater-Plakatkünstler, er hat auch die „Tollen Hefte“ miterfunden und war Professor an der Hochschule für Grafik und Buchkunst und als solcher einer der Lehrer von Christoph Ruckhäberle, mit dessen Vater er befreundet war.

Insgesamt fünf Lubok-Spezial-Hefte hat Pfüller geschaffen, davon sind 4 vergriffen und werden inzwischen zu astronomischen Preisen gehandelt, was sich nicht wirklich erklären lässt.

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Faber & Faber:
Der 44. Band der Graphischen Bücher:
Arthur Schnitzler, illustriert von Thomas M. Müller

Erstlingswerke Deutscher Autoren des 20. Jahrhunderts

Viel ist ja vom einstmals berühmten Leipziger Verlagsviertel nicht mehr geblieben, da ist es gut, dass ambitionierte Arbeit am historischen Ort gewürdigt wird. Seit 2019 wird der von der damaligen Kulturstaatsministerin Monika Grütters geschaffene Preis an 60 Verlage verliehen, eine Förderung in der Breite ist das, bei der vor allem das Preisgeld von 15 000 Euro segensreich für kleinere Verlage wirkt. Wir gratulieren Faber & Faber aufs Herzlichste! Und eröffnen die Möglichkeit zur rechtzeitigen Vorbestellung der Neuerscheinungen zweier traditionsreiche Buchreihen des Hauses, die evtl. bei Erscheinen schon vergriffen sind.

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Der neue Leipziger Liebhaberdruck: Autorenporträts von Jan Peter Tripp

Nur durch Subskription bestellbar!

Mit einer lose beiliegenden signierten Orig.-Radierung „Fernando Pessoa begegnet Joseph Roth in einer Bar in Lissabon“. Ein schönes, aber leider fiktives Treffen. Der 1945 geborene Hyperrealist Tripp ist bekannt als homme de lettres, befreundet mit zahllosen Autorinnen und Autoren, hat diese auch immer wieder porträtiert. Für den Subskriptionsdruck des Hauses Faber hat er 40 seiner Schriftstellerporträts ausgewählt und mit Notaten versehen. Bestellbar bis Oktober, Erscheinen im Dezember, Auflage maximal 300 Exemplare, aber es werden nur so viele Bücher gedruckt, wie vorbestellt sind. Die Subskribenten werden im Buch namentlich verzeichnet (Muss aber nicht sein.).

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Neu in den letzten 14 Tagen

Wir haben einen neuen Service auf grafikbrief.de eingerichtet: Ein Link auf der Startseite "Neu in den letzten 14 Tagen" verschafft Ihnen auf einen Klick eine Übersicht, bei welchen unserer ca. 250 Künstler/inne/n, Druckpressen, Verlage und Themen wir Neues eingestellt haben. Alles, was hier in der Übersicht des aktuellen Grafikbriefs neu ist, findet sich dort nicht, denn das würde sehr unübersichtlich werden.

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