Wir laden Sie sehr herzlich zu unserer Ausstellung: Christine Ebersbach
Landschaft ist überall. Farbholzschnitte

25.1. bis mindestens 31.3.2021. Sollte der Lockdown verlängert werden, wird sie auch verlängert.
Frankfurter Büchergilde & Galerie, An der Staufenmauer 9, normalerweise Mo – Sa 10.00 bis 19.00 Uhr

So richtig erklären kann ich es auch nicht, warum wir erst jetzt diese erste Einzelausstellung mit Arbeiten von Christine Ebersbach bei uns präsentieren. Es hat vielleicht damit zu tun, dass die Persönlichkeit der Künstlerin so ist wie ihre Bilder: Sie drängt sich nicht auf. Man muss sie (be)suchen, denn sie steht an keinem Messestand und betreibt keinen Internetauftritt. Sie schneidet und druckt. Und sie reist. Vor allem durch Nordeuropa, wo die Skizzen für viele ihrer Farbholzschnitte entstanden sind.

Betritt man dann ihr Atelier, den geräumigen Dachboden eines alten Hauses in Joachim Ringelnatz‘ Geburtsstadt Wurzen knapp 30 km östlich von Leipzig, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Staunen über die Vielfalt und Gradlinigkeit eines künstlerischen Werkes im Farbholzschnitt, das sich einreiht in die illustre Galerie jüngerer Farbholzschnitt-Meisterinnen wie Eva Pietzcker, Petra Schuppenhauer, Franziska Neubert oder Anastasiya Nesterova – nur dass Christine Ebersbach schon fast eine Generation länger auf diesem Niveau tätig ist.

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ZU DEN ARBEITEN DER KÜNSTLERIN

Ausstellung im Kabinett:
Pressendrucke aus Verlegerhand

Bevor ich den etwas kryptisch klingenden Ausstellungstitel aufkläre, eine kurze Definition des Pressendrucks: Der Begriff bezeichnet handgemachte Bücher in sehr kleinen Auflagen, deren Illustrationen von einem oder mehreren Künstlern als Originalgrafiken geschaffen werden, also keine Reproduktionen sind, wie sie in normalen illustrierten Büchern verwendet werden. Und auch der Text, die Schrift, wird „in der Presse gedruckt“, d.h. hochstehende Lettern pressen sich in das Papier. Früher geschah das im Bleisatz, zuerst gesetzt aus einzelnen Bleilettern, dann wurden im „Linotype“-System ganze Zeilen in Blei gegossen und nach dem Druck wieder eingeschmolzen. Heute kommen beide Techniken aus Kostengründen kaum mehr vor, der Text wird zumeist im Fotosatz gesetzt und dann ein Klischee aus Kunststoff hergestellt – gedruckt wird jedoch im Buchdruck auf der Presse (also nicht von der Rotationswalze oder im Tintenstrahlverfahren). So ein Textklischee kann man sich vorstellen wie den Druckstock eines Holzschnitts, von dem auch nur die hochstehenden Teile der Platte abgedruckt werden.

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Elmar Faber und die Sisyphos Presse

Bei Wikipedia ist ihr Name rot gefärbt, was bedeutet, dass sie noch eines Chronisten harrt. In einem kleinen Prospekt des Verlags Faber und Faber vom Ende der 1990er Jahre wird ihr Gründungsjahr auf 1984 datiert, 1985 erschien als erster Druck, herausgegeben von Elmar Faber und Eckhard Hollmann, ein Text von Franz Fühmann mit Orig.-Lithografien von Nuria Quevedo. Der wohl letzte, der 15. Druck, erschien 2005:

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Die Mariannenpresse

Die Mariannenpresse wurde 1979 auf Initiative von Hannes Schwenger als ein durch den West-Berliner Senat gefördertes Projekt der Neuen Gesellschaft für Literatur (NGL) begründet, zuletzt wurde sie vom Literaturhaus Berlin aus geführt. Ohne Reinhard Scheuble aber, der seinerzeit die Druckwerkstatt Bethanien in Berlin Kreuzberg leitete, hätte sie niemals ihre große Bedeutung erlangt. Bis 2008 erschienen 130 Drucke.

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Matthias Kleindienst und die Edition „m“

Die Edition „m“ gab es von 1981 bis 1999 in Leipzig. Sie verlegte in der DDR Pressendrucke ohne Druckgenehmi-gung für die Texte in Auflagen von 30 Exemplaren, die privat verkauft wurden. Kleindienst war mehr als 40 Jahre Leiter der Hochdruckwerkstatt an der HGB Leipzig und ist für mich mit seiner Galerie der eigentliche „Entdecker“ der Neuen Leipziger Schule. Bücher macht er leider schon lange nicht mehr…

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Die Eremiten Presse

Victor Otto Stomps (1897–1970) begann 1949 erst in Frankfurt/M., ab 1954 in Stierstadt/Taunus Bücher von weitgehend unbekannten Autoren zu drucken. 1966 übernahmen Dieter Hülsmanns und Friedolin Reske die Presse und zogen 1982 nach Düsseldorf. Mit der Entwicklung des Offsetdruckes spezialisierte sich der Verlag auf orig.-flachdruckgrafische Illustrationen, aber es wurden auch Drucke mit Orig.-Holzschnitten verlegt. 2010 stellte die Eremiten-Presse die Publikationstätigkeit ein.

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burgart-presse Rudolstadt

Jens Henkel gründete direkt nach dem Fall der Mauer einen der innovativsten Pressendruckverlage überhaupt, der immer wieder mit ausgefallenen Ideen wie z.B. Pop-up-Orig.-Grafiken in der Serie „Die 7 Todsünden“ überraschte. Es erschienen auch literarische Erstausgaben z.B. von Walter Jens. 2020 erschien als letztes ein 49. Buch.

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Gutenberg Pressendrucke der Büchergilde

1993 erschien als erster Druck der „Gutenberg Pressenducke“ die Kassette Bagatellen IV von Kerstin Hensel und Karl-Georg Hirsch, die ersten drei Bagatellen hatte Matthias Kleindienst in der DDR herausgegeben. 2018 kam der bislang letzte Druck heraus, der in Zusammenarbeit mit Reinhard Scheubles Quetsche entstanden ist...

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Leipziger Bibliophilen-Abend

Aus der Leipziger Gruppe der Pirckheimer Gesellschaft heraus gründete sich 1990 der Leipziger Bibliophilen-Abend, der den Sammler und Physikprofessor Herbert Kästner zum Vorsitzenden wählte. Dies sollte sich als Glücksgriff für die Buchkunst erweisen, denn der Buchliebhaber lief als Herausgeber bibliophiler Drucke zu ganz großer Form auf.

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Der Drucktopf aus der Buchmacherey Heinrich Helserdeich


Das von Klaus-Uwe und Christa Heinrich in ihrer „Buchmacherey Heinrich Helserdeich“ herausgegebene Periodikum „Drucktopf“ widmete sich ausschließlich dem Thema Essen und Trinken. Alle zwei Jahre wurden rund 50 Pressen, Grafiker und Buchkünstler ein, originalgrafische bzw. gedruckte Beiträge zum Thema zu liefern.

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Die Fabel-Reihe der Antinous Presse

Jeweils 20 x 20 cm, Handsatz auf handgeschöpftem Bütten, Auflage jeweils 125 Exemplare, immer mit einer handsignierten Originalgrafik

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Artur Dieckhoff
13. Mai 1948 – 21. November 2020

Im aktuellen Büchergilde artclub ist das neueste Buch von Artur Dieckhoff erschienen, ein echter Dieckhoff, schon vom Titel: „Her-zeigen, Herz-eigen“. Er hat noch das fertig gebundene Buch mit erhobenem Daumen für gut befinden können, signieren konnte er es schon nicht mehr. Es ist furchtbar. In Nachrufen kommt der Begriff „unersetzlicher Verlust“ oft als Plattitüde daher, auf kaum jemandes Tod trifft das aber so sehr zu wie auf den von Artur Dieckhoff. Mit nur 72 Jahren. Scheiß-Krebs. Ohne Verlaub.

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Günther Hermann 1956 bis 16.12.2020

Noch ein Opfer des Krebs. Der 1956 in Gießen geborene Günther Hermann, der am Städel in Frankfurt Kunst studiert hatte, war Maler, vor allem aber ein genialer Radierer. Als wir vor einigen Jahren seine Arbeiten in großen Schaufensterflächen in unserer Straße ausstellten und auch anhand von 3 Radierplatten und den Andrucken in Rot, Gelb und Blau die Entstehung seiner fast fotorealistischen Landschaftsradierungen dokumentierten, stürmte ein Passant in unser Geschäft, der sich durch diese Dokumentation getäuscht fühlte: Das könne es gar nicht geben...

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Matthias Gubigs 20. Spätdruck "Preußische Tugenden. Ein Heldenlied..."

müsste eine großformatige Würdigung erfahren und kann jetzt hier nur als Kleinanzeige platziert werden – allein, da es von drei Exemplaren der Vorzugsausgaben nur noch eines gibt, eilt die Bekanntgabe, und die große Feier folgt bei der demnächst folgenden Ausstellung mit Künstler-Handpressendrucken, denn da gebührt den Gubigschen Spätdrucken ein Ehrenplatz!

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