WIR LADEN SIE SEHR HERZLICH EIN ZU UNSERER AUSSTELLUNG:
ERICH HECKEL, KARL HOFER, HANS MEID – KLASSISCHE DRUCKGRAFIK
IM KABINETT: CLAUDIA BERG RADIEREND AUF GOETHES SPUREN IN ROM

DIE AUSSTELLUNG IN DER FRANKFURTER BÜCHERGILDE BUCHHANDLUNG & GALERIE IST VOM 21.1.2018 BIS ZUM 7.3.2019 ZU SEHEN, MONTAG BIS SAMSTAG, 10.00 BIS 19.00 UHR.

Vor einigen Wochen erwähnte die in Berlin lebende Ingrid Jörg von der Berliner Handpresse beiläufig, dass sie und ihr Mann Wolfgang Jörg sowie der Dritte im Handpressen-Bunde, Erich Schönig, in den 1950er-Jahren auch Grafik für andere Künstler gedruckt hätten, u.a. für Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff, ja, und ein paar Beleg-Exemplare oder Andrucke, die die Drucker ja immer kriegen, müssten noch irgendwo sein.

Auch wenn die ganz große Zeit der deutschen Expressionisten nach dem 2. Weltkrieg vorbei war, gehören sie doch gerade mit der für den Expressionismus ungemein wichtigen Druckgrafik zu den absoluten Ausnahmekünstlern des 20. Jahrhunderts. Deshalb freuen wir uns über die Gelegenheit, auf diese Weise Originalgrafiken von Heckel, Purrmann, Hans Meid und anderen „Kunst-Weltstars“ zeigen zu können. Die Suche von Ingrid Jörg ist noch nicht ganz abgeschlossen, es kann also sein, dass die Ausstellung in ihrem Verlauf noch wächst...

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IM KABINETT:
CLAUDIA BERG, RADIEREND AUF GOETHES SPUREN IN ROM

Im Gegensatz zu unserer klassischen Hauptausstellung sind die Arbeiten im Kabinett sozusagen brandaktuell – in der Qualität aber gibt es keinen Kontrast. Im Gegenteil: Was Claudia Berg – wie übrigens auch ihre Schwester Susanne Theumer – in der Kaltnadelradierung leistet, ist meines Erachtens das Beste, was in dieser Technik überhaupt jemals geschaffen wurde.
Die 1976 in Halle geborene Claudia Berg mit ihrer Liebe zur radierten Landschaft hat sich Goethes „Italienische Reise“ (1786 – 1788) zum Reiseführer erkoren und ist mit einem Stapel großer Kupferplatten nach Rom gefahren, denn sie radiert immer direkt in der Landschaft. Für die noch in Arbeit befindliche zweite Etappe auf Goethes Spuren nach Neapel hat sie die Kupferplatte sogar auf den Vesuv geschleppt, eine Dreiviertelstunde Fußmarsch steil bergauf...

ZU DEN ARBEITEN DER KÜNSTLERIN

NOCH MAL ZU EINEM DER KÜNSTLER AUS DEM 20. JAHRHUNDERT: MANS MEID

Was verbindet Egbert Herfurth, Rolf Münzner, Baldwin Zettel, Jürgen Wölbing, Katrin Stangl, Susanne Theumer, Kai Voigtmann, Claudia Berg und Franziska Neubert? Dass sie alle Gewinner/innen der seit 1993 verliehenen Hans-Meid-Preise für Buchillustration sind. Umso mehr freut es mich, jetzt Originalgrafiken des Namenspatrons (dessen Sohn Max der Stifter ist) zeigen zu können.

Hans Meid besuchte ab 1900 die Karlsruher Kunstakademie. 1907/08 war er in der Meißner Porzellanmanufaktur als Entwerfer tätig. Danach arbeitete er in Berlin erfolgreich als freischaffender Künstler: 1910 Villa-Romana-Preis, 1911 Mitglied der Berliner Secession, 1919 Dozent für Radierung an der Hochschule für bildende Künste in Berlin. Ab 1927 war er Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. 1948 – 1951 unterrichtete er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Meid war dem Impressionismus verpflichtet und schuf vor allem Radierungen. Sein Werk umfasst eine Vielzahl von Illustrationen zu Werken der Weltliteratur wie Cervantes' Don Quijote und Goethes Wahlverwandtschaften.

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AUF DEM BRIEFKUVERT: MORITZ GÖTZE

(DAS KUVERT DES MIT DER POST VERSANDTEN FRANKFURTER GRAFIKBRIEFES DIENT IMMER AUCH ZUR KUNSTPRÄSENTATION)

Moritz Götze wird dieses Jahr unglaubliche 55 Jahre alt – unglaublich, weil seine Kunst nahelegt, ihn immer noch als „jungen Künstler“ wahrzunehmen. Götze wurde 1964 als Sohn des Künstler-Musikers Wasja und Inge Götzes in Halle/Saale geboren. Zuerst war er Gitarrist und Sänger in Bands wie „Größenwahn“ auf, die in der DDR oppositionelle Punk-Festivals organisierten.
1985 bis 1995 betrieb er eine Grafikwerkstatt, in der Serigrafien nach eigenen und fremden Entwürfen entstanden. Der Fall der Mauer öffnete seinen künstlerischen Fähigkeiten sozusagen Tür und Tor, und auch in Westdeutschland reüssierte er schnell mit seinen stark farbigen, an der Bildsprache von Comics geschulten Druckgrafiken.

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DAS KURT-MÜHLENHAUPT-MUSEUM ZIEHT NACH BERLIN

Kurz nach dem Mauerfall zog Kurt Mühlenhaupt aus Kreuzberg, wo er neben seiner Kunst einen Trödelladen und eine Kneipe betrieben hatte, nach Brandenburg. In Bergsdorf, 70 km nördlich von Berlin, kaufte er ein großes Gehöft und baute dort sein eigenes Museum auf. Seine Witwe Hannelore hat nun angekündigt, im Lauf dieses Jahres mit dem Museum zurück nach Berlin-Kreuzberg in die Fidicinstraße zu ziehen. Bergsdorf, das vor allem an Wochenenden von Touristenbussen angefahren wurde, bleibt der Öffentlichkeit erhalten: Auf dem Gelände entsteht eine Art chinesischer Villa Massimo, wo chinesische Stipendiaten in Deustschland arbeiten können. Die Verbindung ermöglicht dann zum hundertsten Geburtstag Mühlenhaupts im Januar 2021 eine große Ausstellung in Peking. Er war eben schon immer sehr umtriebig, der Mühlenhaupt…

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DER ULTIMATIVE NACHTRAG ZUM 68ER JUBILÄUM: DAS PREISGEKRÖNTE HUNDEKACKEBUCH !

Auch dies ein Fundstück von Ingrid Jörg, und dass sich im Jahr 1968 die Berliner Handpresse des heiklen Themas angenommen hat, ist plausibel: Denn nach meiner Beobachtung ist auch im Jahr 2019 Berlin immer noch die Hauptstadt der Canifarciminologie, der Wissenschaft der, na, Sie wissen schon. Es gibt nicht nur unglaublich viele Hunde in Berlin, sondern auch extrem viele –Besitzer/in-nen, die möglicherweise des Tieres Exkrement als demonstrativen Ausdruck ihrer Post-68er-Staatsordnungsver-weigerungshaltung liegen lassen. In den 34 Orig.-Linol-schnitten des Buches kann man sehen, dass es auch 1968 schon Menschen gab, die diese Form des Protests verabscheuten, und die Stiftung Buchkunst fand’s gut!

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DAS SPIEL IST AUS? GEORG KOENIGSTEINS LETZTES ORIGINALGRAFISCHES BUCH

Das 49. soll nun das letzte sein: Georg Koenigstein, 1937 in Wien geboren, hat vier zeitgenössische österreichische Autor/inn/en um Kurzprosa zum Jean Paul Sartre entlehnten Titel „Les jeux sont faits“ gebeten, um sein druckgrafisch geprägtes Buchkunstwerk abzuschließen. Das heißt nicht, dass für ihn grundsätzlich mit Büchern Schluss ist – aber es gibt sie künftig nur noch in einer Auflage von einem Exemplar – Unikatbücher!

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MAL NICHT SO WUCHTIG:
KLEINE FORMATE VON ANDREA LANGE

Die in Kemberg bei Wittenberg lebende Künstlerin und V.O. Stomps-Preisträgerin brilliert in der Regel mit innovativ gebundenen, großformatigen Pressendrucken. Ihre neuesten Schöpfungen kommen eher im kleinen Format daher, aber wie gewohnt sehr aufwändig: Für "Ein steinernes Haus" hat sie 14 Orig.-Radierungen moldavischer Klöster in Rumnänien radiert!

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HENNING WAGENBRETH MUSIZIERT AUCH

Dass bildende Künstler sich auch im tonalen Bereich austoben, ist nicht so selten. Trotz „de mortuis nil nisi bene“ kann ich nicht verhehlen, dass mir dermaleinst die Musik von A.R. Pencks Band, in der auch Helge Leiberg mitspielte, die Zehennägel aufrollte. Wagenbreth und seine Kollegen spielen „deutschen Bluegrass von Osteuropa bis Westamerika“ (lt. Beipackzettel), und den machen sie nun auf Vinyl zugänglich. Dazu gibt es ein wunderbar illustriertes 24-seitiges Booklet im LP-Format, ein gefaltetes Plakat, eine illustrierte Plattenhülle und eine signierte Original-Grafik, alles erste Sahne!

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ZUM VORMERKEN: MESSE-VORSCHAU

DEUTSCH-NIEDERLÄNDISCHE GRAFIKBÖRSE 8. - 10.3.19
LEIPZIGER BUCHMESSE 21.3. – 24.3.19

In Borken/Westfalen findet von Freitag, 8. März bis Sonntag, 10. März die Deutsch-Niederländische Grafikbörse statt – die traditionsreiche, streng auf Druckgrafik jurierte Messe wird seit mehr als 30 Jahren von der Stadt und dem Kreis Borken veran-staltet und ist die größte Grafikmesse Deutschlands. Zu einem Besuch bei freiem Eintritt und in sehr beschaulicher Atmosphäre kann ich nur raten. An unserem Stand präsentieren wir in diesem Jahr den Hamburger Künstler Klaus Raasch, der Samstag und Sonntag anwesend sein wird.

In Leipzig kommen auf der Buchmesse (Do. 21.3. – So. 24.3.19) auf dem Marktplatz Druckgrafik viele junge Künstler zum Zuge. Sowieso ist das eine junge und sehr bunte Buchmesse, wer noch eine Anreise von weit her plant, muss sich jetzt rasch um Unterkunft bemühen. An unserem Stand wird Martin Stark während der ganzen Messe das von ihm illustrierte Buch „Mary W. Shelley – Frankenstein oder Der moderne Prometheus“ signieren und mit kleinen Einzeichnungen versehen. Evtl. bekommen wir auch wieder kostenlose Eintrittskarten.

VORZEICHNUNG, DRUCKSTOCK UND DRUCK VON HANS TICHA

Das ist das komplette Dokument eines künstlerischen Arbeitsprozesses: Die Entwurfsskizze für einen Holzschnitt, der 2018 im Tabor Kalender erschien, den Druckstock und einen signerten Abzug vom Stock. Hans Ticha als Purist bearbeitet den Druckstock nicht nach - so wie er nach dem letzten Abzug aus der Presse kam, so wird er geliefert

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