AXEL KRAUSE – KURMITTELHAUS

Orig.-Serigrafie von 6 Sieben. Bild 35 x 56 cm, Bütten 60 x 80 cm, Aufl. 30 Expl. Signiert und nummeriert, hier ein mit e.a. bezeichnetes Belegexemplar.

Preis: EUR 298.00

zzgl. Versandkosten

VERKAUFT!

Serigrafie

Die diesjährige Jahresausstellung in der Leipziger Spinnerei (mit den Künstler/inne/n, die dort ihr Atelier haben) wurde überschattet von der Auseinandersetzung um die Teilnahme von Axel Krause, der sich seit einiger Zeit für die AFD engagiert.

Die Büchergilde hat vor 10 Jahren zwei Grafiken von Krause verlegt, und das allerletzte Exemplar sehen Sie hier - damit man mal weiß, was der überhaupt macht.

Ich glaube, ehrlich gesagt, nicht, dass er ein Rechtsradikaler ist. Schon damals vermittelte er mir den Eindruck, dass er sich nicht genügend, nicht gerecht gewürdigt sieht. Als ich mit ihm die beiden Grafiken für die Büchergilde verabredete, stand die „Neue Leipziger Schule“ in voller Blüte, aber Krause kannten nur Insider, obwohl er von seiner Qualität einem Neo Rauch sehr wohl das Wasser reichen konnte. Wieder Frust-Futter für den ohnehin schon Gekränkten, der aber einfach nur kein Marketing-Genie wie Judy Lybke als Galeristen hatte. Aber die Gekränkten sammeln die Rechtspopos ja am Leichtesten ein.

Schon damals fiel mir auf, dass es ihm sehr wichtig war, zu betonen, dass er ja eigene Wege geht, sich von allen anderen absetzt. Das kann man im Künstler-Milieu sicher am Besten durch Beziehungen zu dieser Ich-bin-das-arme-Opfer-Partei. Dass dann die anderen nicht mehr mit ihm spielen, sprich: nicht mit ihm zusammen in der Jahresausstellung vertreten sein wollen, bestätigt wieder das Empfinden des Opferdaseins, bringt aber auch die ersehnte mediale Aufmerksamkeit.

Es ist aber grundsätzlich die Frage: betrachte ich Kunst an sich oder in Verbindung mit dem Künstler? Emil Nolde war nun wirklich während der 12 Massenmörderjahre ein glühender Nazi und das wusste man auch schon lange, bevor man 2019 seine Bilder im Kanzleramt wieder abhängte. Trotzdem ist er nach 1945 nicht aus den Museen geflogen.

Es scheint aber so zu sein, dass sich gerade die moralischen Maßstäbe der deutschen Gesellschaft ändern. Meines Erachtens muss das nicht heißen: besser werden im Sinne eines menschlicheren Umgangs miteinander. Es kann auch ein schäbiges Instrument sein, um sich über andere zu erheben. Eine Haltung dazu einzunehmen obliegt jedem/jeder Einzelnen selbst.

Wolfgang Grätz, 225. Frankfurter Grafikbrief Juni 2019