ANATOL

Der spätere Beuys-Meisterschüler Karl-Heinz Herzfeld wurde 1931 als uneheliches Kind einer sehr jungen Mutter in Insterburg/Ostpreußen geboren und Pflegeeltern anvertraut. Nach der Flucht ins Rheinland 1945 begann er zunächst eine Lehre als Kunstschmied und wurde 1953 Verkehrspolizist. Diese Tätigkeit, die er vor allem mit einem Puppenspiel-Programm in Schulen verbrachte, ließ ihm Zeit für ein Studium mit dem Schwerpunkt Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys 1964 – 1972. Um sich eine zweite Identität als Künstler zuzulegen, nannte er sich Anatol, nach einer Figur aus Tolstois Krieg und Frieden.

Nach der aus politischen Gründen erfolgten Entlassung von Beuys als Düsseldorfer Hochschullehrer schuf Anatol aus einem 30 Meter langen Pappelstamm den Einbaum „Das Blaue Wunder“, mit dem er Beuys am der Akademie gegenüberliegenden Rheinufer ab- und über den Rhein „heimholte“.

Anatol, der bis zur Pensionierung 1991 auch puppenspielender Polizist blieb (was es alles gibt!) und 2011 zum Polizei-Oberrat h.c. in Düsseldorf befördert wurde, aber auch an der documenta 5 (1972), 6 (1977) und 7 (1982) teilnahm, hat ein wunderbares Werk kleiner verspielter Auflagenobjekte („multiples“), geschaffen. Im Juni 2019 ist er gestorben.

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