

Eine Reise durch Kamenz, Putzkau und Meißen auf den Spuren von Gotthold Ephraim Lessings Jugend war der Ausgangspunkt für eine Mappe mit sieben Orig.-Kaltnadelradierungen von Claudia Berg. Im Zentrum steht eine gezeichnete Landschaft, wie Lessing sie auch heute noch wahrnehmen könnte. Fünf Motive sind dabei Lessings Heimatstadt Kamenz gewidmet, darunter sein sogenannter „Lieblingsplatz“ an einer erhöhten Stelle des Hauptfriedhofs, von der man einen guten Ausblick in das Herrental hat. Ein weiteres Motiv zeigt Putzkau. An diesem Ort wurde der damals zwölfjährige Lessing auf die Fürstenschule St. Afra in Meißen vorbereitet, eine heute noch bestehende, 300 Jahre alte Hochbegabten-Schule, die Lessing durchlief. In dieser klosterähnlichen Umgebung, in der er in einem streng geregelten Umfeld fünf Jahre lang „mit aller Bequemlichkeit“ studieren konnte, erlebte der junge Lessing aber auch die Schrecken und Nachwirkungen des zweiten Schlesischen Krieges. Der Blick vom Kirchhof auf St. Afra vervollständigt die Grafikfolge.
