Gertrude Degenhardt

Getrude Degenhardt 1.10.1940 bis 12.11.2025
Die Künnstlerin, die durch die Heirat mit dem Bruder des Sängers Franz-Josef Degenhardt zu ihrem Nachnamen gekommen war, gehörte schon in den 1960er-Jahren zum Liedermacher-Milieu rund um das legendäre Burg-Waldeck-Festival. Überregional bekannt wurde die seit 1956 in Mainz-Gonsenheim lebende Künstlerin dann durch eine Illustration für die Büchergilde: Die Brüder Hein & Oss, Mitbegründer des Waldeck-Festivals, hatten ein Volksliederbuch zusammengestellt, das durch Gertrude Degenhardts freche und frivole Zeichnungen über jeglichen Verdacht der Deutschtümelei erhaben war. Es wurde ungeheuer populär und eine Rückeroberung des deutschen Volklieds nach dessen Missbrauch durch die Nationalsozialisten. Mit ihrer unverwechselbaren zeichnerischen Handschrift illustrierte sie vor allem irische Literatur und hatte in Irland einen zweiten Lebensmittelpunkt. Das liebevoll skurril gezeichnete Personal ihrer Bilder zeichnet sich durch struppige Bärte, vernachlässigte Garderobe und einen gewissen Hang zu alkoholischen Getränken aus, jederzeit zum Feiern aufgelegt, wenn sich in der Nähe eine Musik hören ließ. Die Künstlerin starb im Alter von 85 Jahren in Greifswald, wo sie die letzten Jahre beim Sohn von Franz-Josef Degenhardt gelebt hatte.