Danke, Klaus Raasch

28. Januar 1960 bis 8. Juni 2026

Er war der freundlichste, großzügigste und hilfsbereiteste Mensch, den ich kenne. Mit nur 66 Jahren ist er am 8. Juni in Hamburg seiner Krebserkrankung erlegen, nur wenige Jahre, nachdem er für seinen Verlegerpartner Artur Dieckhoff, der Ende 2020 das gleiche Schicksal erlitt, eine Künstler-Gedenkmappe mit dem Titel „Danke, Artur“ auf den Weg gebracht hatte. 

Wie Artur stammte Klaus Raasch aus dem Ruhrgebiet, kam 1981 zum Studieren nach Hamburg und gründete 1984 mit dem 12 Jahre älteren Dieckhoff die Druckwerk-statt „Schwarze Kunst“, in der neben den jeweils eigenen Farbholzschnitten auch zahlreiche originalgrafische Bücher gedruckt wurden. „Lebe wild und gefährlich“ lautete Arturs 10.000fach (als Postkarte) gedruckte Maxime, Klaus Raasch war die ruhige, zuverlässige Problemlösung in Person daneben. 

Zusammen haben die beiden ein eigenes Kapitel Buchkunstgeschichte geschrieben. Orientiert am Ethos HAP Grieshabers, auch wenig begüterten Menschen original-grafische Bücher zu kleinen Preisen zugänglich zu machen, schufen sie herrliche, von Humor und Fantasie beflügelte Kunstwerke.  Daneben illustrierte Klaus Raasch auch z.B. für den Leipziger Bibliophilen-Abend. Ab 2015 leitet er 10 Jahre lang die Norddeutsche Handpressenmesse im Hamburger Museum der Arbeit. Klaus Raasch war sosehr Drucker, wie er Künstler war. Mit seiner unauf-geregten, ruhrpöttisch geraden Art und seinem trockenen Humor geht der Welt weit mehr verloren als „nur“ ein begnadeter Holzschneider. Noch einmal: Danke, Klaus Raasch!

Wolfgang Grätz